Wenn ich mir was wünschen dürfte, …

… wünschte ich mir ein Wunder. Eine spontane Schwangerschaft. So unrealistisch das ist, so abwegig und im Grunde hoffnungslos, so verquer und alle bisherige Erfahrung und sämtliche Arzteinschätzungen ignorierend.

Doch sie lebt die Hoffnung, nach jedem mit Kleinkind deutlich seltener gewordenem Liebesakt. Fremde Schwangerschaften rühren trotz eigenen Kindes am alten Schmerz. Leider. Wie sehr hatte ich gehofft, der gehöre der Vergangenheit an. Doch nein. Ich liebe mein Knödelkind, meinen wunderbaren Sohn, den ich dank Eizellspende bekommen konnte. Ich bin aktiv geworden, habe mich verabschiedet von einem genetisch mit mir verwandten Kind, habe mein Schicksal selbst in die Hand genommen, darauf vertrauend, dass Gott wohlwollend zuschaut, wie ich die Gegebenheiten nicht bereit bin hinzunehmen und am Schicksal zu drehen versuche. Und dann das Riesenglück: In Prag empfange ich den heißgeliebten, lang ersehnten Knödel, begleite ihn so gut ich es vermag durch eine entspannte Babyzeit, eine ausgewachsene Autonomiephase und sehe etwas ängstlich der Trennung durch den Beginn der Kindergartenzeit entgegen.

Und trotz des großen Glücks und trotz des einnehmenden Familienalltags bleibt ein Schmerz zurück. Ich beschäftige mich innerlich mit dem Gedanken an ein zweites Kind, erlebe wie Freundinnen ihre Kinderwünsche nach Plan umsetzen. Genetisch verwandt mit ihren Kindern. Wie gern wäre das auch ich mit meinem Glückskind. Andererseits wäre er dann nicht der, der er ist und den ich so, wie er ist, von Herzen liebe …

Der 25. Juni 2018 birgt dann den wohl überraschendsten Augenblick meines Lebens. Überfällig wie schon so oft aufgrund eines unregelmäßigen Zykluses pipiniere ich aus Vernunftsgründen – und ohne Lust, auf den hunderttausendsten negativen Schwangerschaftstest – auf das Stäbchen. Bin schwer erkältet und muss 100%ig sicher sein, dass ich mir mit meiner wilden Medikamentenmischung durch den Alltag mit Kleinknödel helfen darf. Vermutlich kommt sowieso in 20 Minuten das Blut, wie schon unzählige Male zuvor nach dem traurigen Anblick des EINEN Streifens.

Doch. PENG! Zwei Streifen. Blick gen Himmel: „Das ist jetzt nicht dein Ernst, oder?“ Freude. Solche Freude. Unglauben. Zweifel. Warum könnte der Test „falsch positiv“ sein? Weil er überlagert ist? Oder bin ich zu doof, ihn abzulesen? Hab‘ es verlernt in den drei Jahren? Ich mach‘ einfach noch einen. Hab‘ ja eine ganze Batterie, noch vom Knödel. Alle abgelaufen … Halte den nächsten einfach unter den Wasserhahn. Schnell ist klar, dass der nicht schwanger ist. Ich dann aber ja vielleicht möglicherweise unter Umständen doch?

Ja. Schwanger. Mit einem Mädchen, das am 21. Februar 2019 geboren wird. Ein Wunsch wird wahr. Eine alte Wunde beginnt sich zu schließen, wenn die Erinnerung an den alten Schmerz trotz deutlichen Verblassens auch nie ganz verschwindet. Muss, soll sie auch nicht. Der Schmerz hat mich verändert. Sehr. Ich bin so viel demütiger geworden. Dankbar.

Ich erzähle von diesem unsagbaren Glück, weil es zu uns kam, obwohl ich nicht losgelassen hatte, wie es so oft von Außenstehenden behauptet wird. Man solle sich nicht so verbeißen in den Kinderwunsch, dann klappe es schon. Im Grunde weiß niemand, warum die einen ihr Traumhaus bauen und dann die drei vorsorglich eingerichteten Kinderzimmer im Jahrestakt füllen und die anderen stattdessen auf der Suche nach ihrem einen Wunschkind durch Europa reisen. Und warum manche nach einer Adoption schwanger werden, was statistisch weitaus seltener geschieht als viele meinen, und andere nie.

Es bleibt immer ein Wunder, ein Geschenk und wir wissen äußerst wenig über die Herkunft von Wundern.

Wenn ich mir, nun, da ich zweimal auf so unterschiedliche Weise beschenkt worden bin, noch einmal in dieser Hinsicht etwas wünschen dürfte, … dann respektvolle Zurückhaltung der Umwelt, was Deutungen, Ursachen und Hintergründe von ungewollter Kinderlosigkeit angeht – stattdessen Mitgefühl, einmal mehr Schweigen und die schlimme Trauer begleitend – ganz ohne Schuldsuche. Das würde, glaube ich, helfen, das schier Unaushaltbare auszuhalten, so lange, bis es sich innerlich oder äußerlich verändert.

Allen da draußen, wo immer ihr steht: Alles Gute von eurer Kosmee!

Vorerst letzter Eintrag

Liebe Leser, liebe Mitstreiter, liebe Mitfieberer,

morgen vor einem Jahr haben wir unseren Sohn als ca. 160-Zeller aus Prag abgeholt und mit nach Hause genommen. Nun ist er schon dreieinhalb Monate alt, beginnt bewusst zu greifen, scheint sehr genau zu wissen, wer seine Mama und wer sein Papa sind, beschert mir manchmal große Müdigkeit, aber noch größeres Glück.

Ich möchte mich nun an dieser Stelle von euch verabschieden und meinen Blog vorerst ruhen lassen. Habt sehr herzlichen Dank für eure Anteilnahme, euer Mutmachen, den Austausch, die Offenheit. Für mich war das Bloggen eine Möglichkeit, mich zu sammeln, zu sortieren, Dinge loszuwerden und Rückmeldung auf meine Gedanken, Hoffnungen und Analysen zu erhalten. Während der ersten Einträge hatte ich noch gar keine Leser und das tat mir zunächst auch gut. Ich tastete mich langsam heran: prüfte, löschte, bestätigte, baute Seiten auf und Hintergründe. Dann schnupperte ich in eure Blogs hinein, begann euch zu folgen und machte damit gleichzeitig auch auf mich selbst aufmerksam. Auf diese Weise fanden wir uns. Sozusagen.

Das Schreiben war entlastend. Was schwarz auf weiß auf der Mattscheibe zu sehen war, hatte seinen Platz und wog innerlich ein klein bisschen weniger schwer. Ähnlich wie beim ganz privaten Tagebuchschreiben …

Doch im Moment habe ich das Bedürfnis des Bloggens nicht mehr. Ich halte die kleinen großen Highlights meines aktuellen Alltags für mein Kind (und mich) in einem Babytagebuch fest. Und das fühlt sich zur Zeit vollkommend ausreichend an.

Ich werde allerdings weiterhin ab und an hier lesen und eure Wege verfolgen. Und wer weiß, vielleicht gibt es eines Tages einen Grund und ein Bedürfnis, mich hier wieder aktiv einzubringen. Wir werden sehen.

Also: Alles, alles Gute, viel Glück und Gesundheit (die ist nämlich gar nicht so selbstverständlich, wie ich früher immer glaubte …), Kraft für eure Ziele, Wünsche und Sehnsüchte sowie Zuversicht und Sonne im Herzen!

Eure (euch, dem Leben und den Tschechen ;o) sehr dankbare Kosmee

Trarira, der Knödel, der ist da!

2. Januar 2016

00:25 Uhr

52 cm

3550 g

36 cm Kopfumfang

Wunderschön!

Eine anstrengende, aber von überaus empathischen Profis und meinem Ehemann begleitete Geburt! Ich bin so dankbar! Der Moment, als ich den Knödel im Arm hielt: unvergleichlich!

Nun folgt die erste Zeit zu Hause: viel Glück, viel Müdigkeit, manche Träne, große Freude – der ganze Cocktail eben …

Ich verabschiede mich ins Wochenbett, aus dem heraus ich vermutlich nicht zum Schreiben kommen werde.

Alles Gute für das neue Jahr wünscht Kosmee.

Vom Flachbauch zum Rundbauch

Da ich selbst es derart beeindruckend finde, wie sehr sich mein Körper verändert hat, mag ich es hier einmal zeigen – inkognito versteht sich … ;o)

Langsam wird alles beschwerlicher: das Treppensteigen, das Schlafen, das Aufraffen zum Yoga, aber was soll’s?! Irgendwie ist es auch ganz gut so eingerichtet, denn ich hänge wirklich sehr an meinem Schwangersein und dachte den längsten Teil der „Umstände“, dass ich wohl sehr traurig sein würde, wenn die Schwangerschaft erst einmal vorbei ist – auch wenn dann sicher bald ein anderes Glücksgefühl an diese Stelle treten wird. Insofern macht mir ein klein bisschen Leid, Aua und Wehwehchen vielleicht den Abschied etwas leichter.

Natürlich habe ich großen Respekt vor der Niederkunft, doch mit dem Herannahen der bevorstehenden Geburt stellt sich auch so etwas wie Gottergebenheit ein: die Gewissheit, dass „es kommt, wie es eben kommt“ und dass es natürlich, milliardenfach gelungen und ohnehin unabwendbar ist. Irgendwie muss der Knödel halt raus. Und wir werden das schaffen – gemeinsam und notfalls mit Hilfe.

Alles – soweit ich es im Vorhinein abschätzen kann – ist vorbereitet. Nun heißt es „warten und hoffen, dass der Knödel irgendwann den Startschuss sendet“. Denn das wünsche ich mir und uns sehr: dass unser Kind entscheiden kann, wann es soweit ist – und keine Einleitung in der Klinik erfolgen muss. Doch selbst dann bin ich sicher, dass die Ärzte im besten Sinne für uns entscheiden werden. Jedenfalls habe ich nach mehreren Emails und Gesprächen mit der Oberärztin unserer Entbindungsklinik das Gefühl in guten Händen zu sein. Habe sie auf Herz und Nieren geprüft – zum Glück wurden mir, meiner Skepsis gegenüber dem Klinikalltag, meiner Vorsicht infolge der Lektüre verschiedener klinikskritischer Hebammenbücher, aber auch meinem Wunsch nach Sicherheit viel Wohlwollen und Verständnis entgegengebracht. Mehr als ich zu träumen gewagt hatte. Die Oberärztin hofft sogar, die Geburt begleiten zu können, sofern der Dienstplan das hergibt. Von soviel Mitfiebern und Wärme bin ich wirklich beeindruckt und gerührt. Ich hatte das Gefühl, dass ihr unser langer Weg irgendwie imponiert hat und dass sie ihn, gemeinsam mit uns, nun zu einem guten Ende – beziehungsweise zu einem neuen Anfang – bringen möchte.

Nun ist es also Zeit, Vertrauen zu haben – Gottvertrauen, Naturvertrauen, Selbstvertrauen. Ich habe ja nun gelernt, dass sich nicht alles im Leben planen und dann nach Plan durchziehen lässt. Eine Geburt vermutlich auch nicht. Unsere Wünsche, unsere absoluten No-Gos sind angemeldet. Alles andere muss sich zeigen. Und wird es auch!

Eine frohe Adventszeit!

Baldige Ankunft

  • Oktober 2015
  • Liebes Kind, die Zeit verfliegt,
  • Das Jahr neigt sich dem Ende,
  • Wächst wunderbar voll Tatendrang,
  • Bist nicht mehr nur Legende.
  • Strampelst, zwickst und boxt um dich,
  • Bei Tag und auch bei Nacht,
  • Ich fühle und genieße dich,
  • Mit Freude und Bedacht.
  • In meiner Brust hab ich zwei Herzen,
  • Oder sogar drei bis vier.
  • Du wächst! Doch bin auch ich dir schon gewachsen?
  • Bei aller Sehnsucht, jetzt und hier?
  • Ich hoff‘ es und ich setz’ darauf,
  • Das ist kein Selbstbetrug!
  • Wohl jede Mutter fragt sich mal,
  • „Ob sie auch gibt genug“.
  • Mein Wunschkind bist du, das ist klar,
  • Da kann ich gar nicht zweifeln!
  • Viel wichtiger jedoch ist mir,
  • Du fühlst es täglich tief in dir.
  • Gedanken wandern vorneweg,
  • Die Zukunft liegt im Nebel.
  • Doch voller Hoffnung schauen wir,
  • Bewegen jeden Hebel,
  • Auf dass du stark und glücklich wirst,
  • In uns’rer Obhut, unser’m Tun,
  • Du dein Dasein stolz genießt,
  • Zumindest meistens – das wär schön.
  • Wollen uns die Zeit stets lassen,
  • Dir zum Wachsen, uns zum Reifen,
  • Jeder von uns wird für sich
  • Das Leben dann ganz neu begreifen.
  • Niemand außer dir auf Erden
  • Kann uns’re Liebe in sich bergen,
  • Lange vor der Ankunft schon,
  • Doch das ist unser aller Lohn.
  • Wenn du erst da bist, Menschenkind,
  • Wie wird das sein, für dich, für uns?
  • Fragen kann ich heute viel,
  • Doch schon bald sind wir am Ziel!
  • Oder doch am Anfang eher,
  • Wie man es sieht, wie man es nimmt.
  • Eins geht zu Ende, eins beginnt:
  • Dein In-der-Welt-Sein, liebes Kind.
  • Dann wird sich alles ganz bald zeigen,
  • Sicher nicht nur schöner Reigen,
  • Auch Weinen, Zweifeln, Kinderarzt,
  • Kuscheln, Tragen, Spiel und Scherz.
  • Was will man mehr? So spielt das Leben,
  • Der Mensch ist sehr gefühlvoll eben,
  • Doch du, mein Kind, leh’n dich zurück,
  • Wir wünschen dir von Herzen Glück!

Triefnase & Halsweh

So lange ging es gut (und was war ich dankbar dafür!), aber nun hat’s mich doch erwischt: Eine olle Oktober-Erkältung – quasi über Nacht. Ist sicher kein Beinbruch, nur muss ich (oder vielmehr „müssen wir“) da jetzt – weitestgehend – ohne „richtige“ Medikamente durch.

Gerade habe ich die gestern begonnene Pachwork-Krabbeldecke für den Knödel fertiggestellt, doch von Minute zu Minute wurde alles anstrengender. Nun habe ich sie gut sichtbar über zwei Stuhllehnen gehängt (um mich noch ein bisschen an ihr zu erfreuen), habe meine eigene Mama – sonntags – in die Notfallapotheke geschickt und es mir auf dem Sofa (mit Notebook) gemütlich gemacht.

Also, du unliebsame Besucherin: Mach es dir nicht allzu bequem bei uns. Ich geb‘ dir Obst zu essen und Tee zu trinken und ein feines Meersalz-Nasenspray mit Panthenol und noch ein bisschen Salbei obendrauf, aber dann wird’s Zeit für dich, wieder deines Weges zu ziehen. Wir erwarten nämlich erfreulicheren Besuch und haben nur ein „Gäste“zimmer ;o) !

Ein Zuhause für den Knödel.

SSW 25+3

Liebes Knödelkind,

deine Mama befindet sich mitten im Nestbautrieb! Selbst deine Oma ist ganz wild aufs Einkaufen von Stramplern und Jäckchen und Mobiles.  Und so nimmt peu à peu alles langsam Form an. Es ist schon ein Erlebnis – und eine Aufgabe – einem neuen Menschen ein Zuhause einzurichten. Du brauchst Anziehsachen für „drunter“ und für „drüber“, als Winterkind brauchst du einen Schneeanzug, damit wir dich warm und gesund aus der Klinik nach Hause holen können, du brauchst Windeln (wir haben uns für die gute Wegwerf-Variante entschieden, mit der schon dein West-Papa groß geworden ist), jede Menge Moltontücher in zwei verschiedenen Größen, eine Haarbürste, Nagelschere, Seiflappen, Handtücher mit so-was-von-süßem Motiv, ein Thermometer (fürs Ohr, nicht für den Po – erst mal zum Ausprobieren), ein niedliches, kleines Anstellbett, damit du nachts nicht alleine schlafen musst, einen Spielebogen, damit’s nicht langweilig wird, wenn ich mal kurz was anderes mache, eine Babytrage, damit ich dich so oft wie möglich am Körper tragen, dir Wärme, Nähe und Ruhe spenden kann, und natürlich dein Kinderzimmer. Der Papa baut den Schrank, die Kommode und dein „Bettchen für später“ gerade jeden Abend nach der Arbeit auf – so ist er am Schrauben und Drehen und Gucken und Messen und Halten. Bei den leichteren Dingen darf ich ihm helfen: Ich sortiere den Kleinkram: Dübel, Haken, Stopper, zeichne Bohrlöcher an, denke mit und halte fest, was nicht zu schwer ist. Ich freu mich schon ordentlich, wenn es dann steht, dein ganz eigenes Reich, denn dann werde ich anfangen, den ganzen schönen Babyeinkauf Waschmaschine für Waschmaschine durchzuspülen und einzusortieren: Einen Stapel hier für die Bodys, einen anderen Stapel dort für die Strampelanzüge, Pullis zu Pullis, Söckchen zu Söckchen, den Schlafsack für den Winter mit den Einsätzen, die du im Sommer auch alleine tragen kannst, auf eine der beiden Kleiderstangen. Dann baue ich auch den Windeleimer, der uns beide hoffentlich zuverlässig vor allzu viel unangenehmem Geruch bewahren wird, zusammen, lege die Wickelauflage auf die Wickelkommode und verstaue die 230 bereits auf deinen Kackarsch wartenden Windeln direkt darunter – gleich neben den knapp 700 Feuchttüchern und anderen Pflegeprodukten …

Ach, Knödel, dass ich das erleben darf! Da steigen mir gleich vor alter Trauer und jetziger Dankbarkeit die Tränen in Augen und Nase. Dass du da bist, das ist so, so schön!

Der Fiffi übrigens merkt auch, dass große Veränderungen ins Haus stehen. Oft sitzt er mit großen staunenden Augen in deinem Kinderzimmer, über seinem Fellhaupt ein großes Fragezeichen: „Was hat denn bloß die ganze Bauerei hier zu bedeuten?“ Manchmal wirkt er direkt ein bisschen besorgt und ängstlich. Dann beruhigen wir ihn, nehmen ihn auf den Schoß und schenken ihm eine Extraportion Streicheleinheit, damit er merkt, dass auch er immer noch wichtig ist in unserem Leben. Die lange Wartezeit auf dich wäre ohne ihn noch viel trauriger gewesen. Ich hoffe sehr, dass ihr gute Freunde werdet, doch ich kann es mir gar nicht anders denken!

Nun wachse fein weiter! Du machst das alles wunderbar! Bald wird mein Bauchnabel herausploppen, damit er dich innen nicht stört!

Manchmal kriege ich auch Schiss, wenn ich ehrlich bin: zuerst einmal vor den Geburtsschmerzen, aber auch davor, vielleicht überfordert zu sein mit der Mutterrolle, dir womöglich nicht gerecht zu werden, dir keine liebevolle Mama zu sein. Das wär schlimm. Doch ich glaube, diese Ängste gehören dazu und sind vielen werdenden Eltern vertraut. Papa und ich sprechen dann darüber. Das hilft. Sehr sogar. Wir werden keine perfekten Eltern sein, mein lieber Knödel. Wir werden Fehler machen, so wie alle Eltern. Wir werden manchmal hinterher etwas bereuen und ich hoffe, ich werde dann die Größe haben, dir in solchen Situationen zu gestehen, dass „es“ mir Leid tut. Bestimmt werde ich manchmal das Gefühl haben, mir wüchse alles über den Kopf, und dann das Bedürfnis entwickeln, mich zurückzuziehen, auszuruhen. Vielleicht muss ich das dann manchmal auch wirklich machen, damit ich wieder gut bei und mit dir sein kann. Ich hoffe so sehr, dass ich einen gesunden Mittelweg finden werde und dass mir unterm Strich vieles gut gelingen wird – bei allen menschlich-elterlichen Fehlern, die auch ich begehen werde. Was ich mir sehr wünsche, ist ein schönes-Leben-miteinander. Es braucht vielleicht gar nicht perfekt zu sein, doch warm wünsche ich es mir und manchmal lustig und bestimmt auch mal laut und noch ganz vieles, was ich mir jetzt noch gar nicht in allen Farben ausmalen kann, einfach weil du zwar schon da, aber noch nicht hier bist. Ich will dir so gern eine liebevolle Mutter sein. Vielleicht genügt das schon mal als Anfang.

Und bei aller sich meldender Sorge bin ich gleichzeitig auch sehr, sehr zuversichtlich. Vielleicht weil ich dich schon jetzt so lieb habe. Bestimmt auch, weil ich nicht alleine bin, sondern deinen Papa an meiner Seite weiß. Und weil ich vertraue – woher das kommt? Keine Ahnung, doch es ist gut, dass es so ist.

Deine Mama